Abschiedspredigt

Vollbildaufzeichnung 29.12.2012 154202

Es wird ein bitterer Abschied.

Aber der Predigttext für den ersten Sonntag nach dem Weihnachtsfest lenkt die Gedanken in eine ganz eigene Richtung:

„Jesus aber rief: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe. Und wer meine Worte hört und bewahrt sie nicht, den werde ich nicht richten; denn ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt rette. Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht an, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am Jüngsten Tage. Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich tun und reden soll. Und ich weiß: sein Gebot ist das ewige Leben. Darum: was ich rede, das rede ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.“

Diese Predigt versteht nur, wer sie vollständig liest. Sie ist hier (Joh 12,44-50) zu finden.

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Über Wolfgang Vögele

evangelischer Theologe, Karlsruhe
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9 Antworten zu Abschiedspredigt

  1. Katharina schreibt:

    Hallo Dr. Vögele,
    ich finde es sehr mutig von Ihnen, dass Sie in Ihrer Abschiedspredigt so offene Worte gefunden haben und nicht kleinlaut gegangen sind. Das zeigt einmal mehr, dass die Christuskirche durch Ihr Gehen einen herben Verlust erleidet. Mich interessiert, ob Sie feedback zu Ihrer Predigt bekommen haben. Wie war die Stimmung in der Gemeinde und wie hat das Pfarramt darauf reagiert vor allem im Hinblick auf die emails, die Sie im Vorhinein erhalten haben?

    Liebe Grüße
    Katharina

  2. simonschroeter schreibt:

    Das Dilemma, in dem wir akedemisch gebildeten Pfarrer uns befinden:
    Wir haben es mit Menschen zu tun, die einen anderen (Aus-)Bildungsstand haben. Und diese können uns bei allen Entscheidungen überstimmen. Uns bleibt nur das Wort. Und die Sympathie.
    Bei strukturellen Unausgewogenheiten – so etwa bei zwei getrennten Leitungsgremien an demselben Arbeitsplatz gegeben – fällt es schwer, all diese Sympathien einzufangen. Vor allem, wenn sich Menschen mit Fug und Recht von meinen Sympathine abschotten können. Da sind Konflikte und Strategiespielchen fast schon vorprogrammiert.
    Meine Erfahrung:
    Objektivierbare Schuldzuweisungen sind da kaum möglich. Und:
    Theologische Rationalisierung kann auch nur immer einen Teil der Wahrheit begreifen. Demut ist gefragt. Und manchmal getrennte Wege.
    Ich persönlich empfinde die Zusammenlegung der Gremien in solch einer Situation als den besseren Weg; vor allem wenn sie verbunden ist mit einem Willen zu Kooperation und Supervision. Ob ich selbst mir nochmal solch eine Situation wünsche, weiss ich nicht. Vielleicht: um daran zu wachsen?!

    • Wolfgang Vögele schreibt:

      Leider ist das nicht ganz richtig, Bildung und Unbildung so einfach auf Älteste und Pfarrer abzubilden. An der Christuskirche ist der gesamte Ältestenkreis der Nordpfarrei nach schrecklichen Erfahrungen bei der sogenannten „Kooperation“ zurückgetreten.

      • simonschroeter schreibt:

        Pardon, das war missverständlich gemeint. Ich meinte mit „gebildet“, dass wir uns durch die hoch qualifizierte praktisch-theologische Ausbildung, auf einem Reflektionsniveau befinden, das Menschen mit einem anderen Ausbildungsgang so nicht – oder nur schwer – nachvollziehen können. Weshalb sie oft an einem anderen Punkt anfange zu entscheiden und zu (be)raten. Das führt notwendigerweise zum Konflikt, wenn die Strukturen nicht stimmen.

  3. Jürgen Hassler schreibt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Vögele, herzlichen Glückwunsch zu dieser Predigt, die ich als eher „kirchenferner“ Mensch mit Respekt und Hochachtung gelesen habe. Über die Konflikte, die zu Ihrer Abberufung geführt haben, weiß ich zu wenig, um mich dazu äußern zu können; sie geschieht jedoch offenkundig gegen den Willen Ihrer Gemeinde „Christus Nord“, und das sollte den beiden führenden Protagonisten, Dekan Vogel und Landesbischof Fischer, zu denken geben, zumal Dekan Vogel in ähnlicher Situation (bei der Zusammenführung der Jakobus- und Petrusgemeinde) geradezu grandios versagt hat. Es haben schon Amtsträger aus geringeren Anlässen ihr Amt nach solchem Versagen niedergelegt. Ein letztes Wort: die Wahrheit führt nicht zum Eklat, sondern beschämt den Lügner.

  4. Manfred Zilly schreibt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Vögele, betroffen, mit Gewinn und Respekt habe ich Ihre Abschiedspredigt gelesen und danach Ihren Blog kennengelernt. Sie haben sich auch vom Evang. Studentenwohnheim HEK verabschiedet wo der jeweilige Pfarrer der Christuskirche als Mitglied des Kuratoriums eingeladen wird. Als ich von Ihrem Abschied hörte und die Predigt gelesen hatte habe ich spontan die Hausgemeinschaft mit einer Rundmail informiert. Im Nachhinein bedaure ich, nicht öfter bei Ihnen als Hörer im Gottesdienst gewesen zu sein. Jedenfalls wünschen wir Ihnen alles Gute und dass es Ihnen trotz Verletzungen gelingt, die in der Predigt aufgeführten Eigenschaften bei den Ihnen anvertrauten Menschen zu fördern und selbst ihnen treu zu bleiben. Auch im Namen des Kuratoriums: Gott segne Sie
    LIEBE BEWOHNER DES HEK, heute kam eine traurige und erschreckende Mail. Sie wissen, dass unser HEK mit der Christuskirche am Mühlburger Tor schon immer eine vertrauensvolle Verbindung hat. So sind die jeweiligen Pfarrer Mitglied im Kuratorium und haben mit klugem Rat und gelegentlich mit finanzieller Hilfe dem HEK beigestanden. Nun lese ich, dass Herr Pfr. Dr. Vögele sein Amt hat aufgeben müssen. Seine Abschiedspredigt ist ein großartiger Text, der von Offenheit, Freiheit, Mut zur Wahrheit, Respekt für die Mitglieder der Gemeinde etc. spricht – und von der Enttäuschung über Mobbing, Heimlichtuerei usw. Sie lesen diese Predigt mit Gewinn. Die Adresse unter der Sie sie aufrufen können, ist in der kurzen Mitteilung unten enthalten. Soviel für den Augenblick. Mit der Hoffnung, dass bei uns unbekümmerte Offenheit und Vertrauen gelebt wird grüße ich Sie alle herzlich: Ihr M.Zilly

    • Wolfgang Vögele schreibt:

      Lieber Herr Zilly, vielen Dank für Ihre offenen Worte. Ich habe sehr gerne im Kuratorium des HEK mitgemacht. Und ich hoffe, wir bleiben in Kontakt.
      Herzlich Ihr Wolfgang Vögele

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