Zum Kind werden

Vollbildaufzeichnung 19.12.2013 155013

Vertrauen und Glaube verwandeln die erwachsenen Menschen in Kinder der Freiheit. Wie geschieht das? Schnelle und überraschende Veränderungen der Lebensumstände setzen Menschen, die schon unruhig sind, unter Streß. Sie antworten auf alles Neue, das Handeln und Antworten erfordert, mit Nervosität und Hektik. Paulus dagegen schreibt von den kaum merklichen Veränderungen im Verhältnis zwischen Gott und Menschen. Sie entgehen oft der Aufmerksamkeit der Glaubenden, weil sie so langsam geschehen.

Paulus beschreibt das im Predigttext für den ersten Weihnachtsfeiertag mit den folgenden Worten (Gal 4,4-7):

„Als aberdie Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan,damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen.Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater! So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.“

Paulus redet in schwergewichtigen, beinahe trägen Worten von denselben Veränderungen des Lebens, mit denen sich Menschen beschäftigen, die älter werden. Er spurt sich ein auf die Lebensbahn von Kindern, Knechten und Erben. Das führt ihn nicht zu einer Lebenskunst des Altwerdens, sondern in eine Glaubenslehre der Veränderungen. Im Leben werden Menschen alt, im Glauben werden sie zu Kindern. Die Weisheit des Alters ist Demut und Einsicht in die schwindenden Kräfte. Der Glaube des Alters ist neue jugendliche Hoffnung.

Der gesamte Predigttext ist hier zu finden.

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Über Wolfgang Vögele

evangelischer Theologe, Karlsruhe
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