Was beim Abschied gesagt werden muß…

Vollbildaufzeichnung 22.05.2015 135407

Der sehr kluge, alltagsweise Philosoph Michel de Montaigne, der einen großen Teil seines Lebens in einem Bibliotheksturm verbracht hat, hat einmal gesagt: „Ein Abschied verleitet immer dazu, etwas zu sagen, was man sonst nicht ausgesprochen hätte.“ Genau das kann man beim Predigttext für Pfingsten verfolgen, in einer Passage aus der Abschiedsrede Jesu (Joh 14,24-27):

„Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.“

Wer sich auf den Geist einläßt, der begegnet dieser Welt im Glauben. Die Welt erscheint dann nicht mehr als bedrohliches Spiel von Zufällen, Katastrophen und Unglück, dem die Menschen hilflos ausgeliefert sind. Für den Glauben hat sich die Welt verwandelt. Sie wird von der Wüste der bedrohlichen Zufälle zu einer geistlichen Heimat. Dieser Heilige Geist, sagt Jesus, führt zu Gott, der uns Wohnung gibt und bei dem wir Wohnung nehmen. Wer das im Glauben annimmt, der sieht plötzlich die Oasen des Trostes, des Friedens und der Erbauung, die überall aus dem  Vertrauen auf Gott wachsen.

Der gesamte Predigttext findet sich hier.

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Über Wolfgang Vögele

evangelischer Theologe, Karlsruhe
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