Wetterläuten

Vollbildaufzeichnung 29.09.2015 091435

Der Predigttext für den Erntedanktag ist das bekannte Gleichnis vom reichen Kornbauern, welcher moralisch kräftig ein’s übergebraten bekommt. Nicht ganz einfach zu predigen. Das Gleichnis steht Lk 12,13-21:

„(Es sprach aber einer aus dem Volk zu ihm: Meister, sage meinem Bruder, dass er mit mir das Erbe teile. Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbschlichter über euch gesetzt?) Und [Jesus] sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.

Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen. Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. Und sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut! Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.“

Was heißt Reichtum bei Gott? Der reiche Mann vergißt Gott – und das kostet ihn sein Leben. Reichtum bei Gott ist ein Reichtum der Erinnerung und des Wechsels der Perspektive. Wahrhaft reich wäre der Scheunenbauer, wenn er Gott in Erinnerung behalten würde. Er würde sich umschauen, Dinge und Menschen auch einmal aus einer anderen Perspektive betrachten. Mit der Erinnerung an Gott würde der reiche Scheunenbauer an Beweglichkeit gewinnen. Er würde anfangen, das Leben aus der Perspektive Gottes zu betrachten. Das meint eine Perspektive, die nicht nur die Interessen einzelner, sondern die Interessen aller betrachtet. Das meint eine Perspektive, die ihren Ausgangspunkt nimmt bei der Bejahung dieser Schöpfung, bei ihrer Schönheit und bei gleichem Lebensrecht und Würde aller Menschen. Das meint eine Perspektive, die aus der Bewegung der Befreiung lebt, der Befreiung von Unrecht und Leid, der Befreiung von Hunger und Krankheit, der Befreiung von aller Art von Not.

Der ganze Predigttext findet sich hier.

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Über Wolfgang Vögele

evangelischer Theologe, Karlsruhe
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