Ruht in Frieden, Engel

Vollbildaufzeichnung 17.11.2015 141821

Mich hat berührt, was die junge Frau aus dem Bataclan Konzertsaal über das Attentat schrieb. Ihr Bericht endet so:

„Als ich da im Blut fremder Leute lag und auf die Kugel wartete, die meinen 22 Jahren ein Ende setzen sollte, sah ich vor meinen Augen jedes Gesicht, das ich je geliebt habe und dem ich zugeflüstert habe: Ich liebe dich. Ich dachte über die Höhepunkte meines bisherigen Lebens nach. Ich wünschte mir, daß die, die ich liebe, das auch wissen, wünschte mir, daß sie, unabhängig davon, was mit mir geschehen würde, weiter an das Gute in den Menschen glauben. Daß sie diese Leute nicht gewinnen lassen. In der letzten Nacht hat sich das Leben vieler Menschen für immer verändert, und es liegt an uns, nun bessere Menschen zu werden. Um ein Leben zu leben, daß sich die unschuldigen Opfer dieser Tragödie erträumt haben, das diese aber traurigerweise nie werden verwirklichen können. Ruht in Frieden, Engel! Wir werden euch nie vergessen.“

Ich bin der Meinung, das gehört zusammen mit dem Predigttexte des Ewigkeitssonntags, dem Gleichnis von den Jungfrauen (Mt 23,1-13):

„Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die törichten nahmen Öl in ihren Lampen; aber sie nahmen nicht Öl mit sich. Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen samt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; geht aus ihm entgegen! Da standen diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lampen. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; geht aber hin zu den Krämern und kauft für euch selbst. Und da sie hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die anderen Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird.“

Der vollständige Predigttext ist hier zu lesen:

 

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Über Wolfgang Vögele

evangelischer Theologe, Karlsruhe
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