Beifang. Folge XXXI

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Realismus: Nach all den Jahren, in denen die Wirklichkeit in konstruktivistische Perspektiven zersplittert wurde, formiert sich jetzt eine Gegenbewegung des Realismus. Markus Gabriel definiert diesen in seinem Essay so:

„Der Neue Realismus nimmt an, dass es objektive sowie subjektive Tatsachen gibt, die wir erkennen können. Viele dieser Tatsachen sind davon unabhängig, dass wir Überzeugungen dazu haben. Das ist Realismus. Neu ist dabei, dass nicht mehr angenommen wird, diese Tatsachen gehörten insgesamt zu genau einer Wirklichkeit, der Welt im allumfassenden Sinn dessen, was es überhaupt gibt. Vielmehr sind die Tatsachen in sich vielfältig (…).“

Damit wird ein Gegengewicht geschaffen gegen alle Beliebigkeiten nachlässiger postmoderner Denkkultur.

Hyperkapitalismus: Der koreanische Philosoph Byung-Chul Han kritisiert den Hyperkapitalismus und die Digitalisierung.

Customer-Lifetime-Value bezeichnet den Wert, den ein Mensch während seines gesamten Kundenlebens für ein Unternehmen darstellt. Diesem Begriff liegt die Intention zugrunde, die ganze menschliche Person, ihr gesamtes Leben in rein kommerzielle Werte umzuwandeln. Der heutige Hyperkapitalismus löst die menschliche Existenz gänzlich in ein Netz kommerzieller Beziehungen auf. Es gibt heute keinen Lebensbereich mehr, der sich der kommerziellen Verwertung entzöge.

Orgel: Elbphilharmonie: Den Orgelbauer Philipp Klais habe ich kennengelernt und in seiner Bonner Werkstatt einmal besucht. Dieser Bericht informiert über den Bau der faszinierenden Konzertorgel in der Elbphilharmonie in Hamburg.

Krimi: Frauen: Wie unterscheiden sich Autorinnen und Autoren in der Art, Krimis zu erzählen. Männer stellen Helden dar, die sich mit allem, was sie haben, ans Ende des Falles durchkämpfen. Frauen machen das anders, sagt Terrence Rafferty in diesem Text:

„The female writers, for whatever reason (men?), don’t much believe in heroes, which makes their kind of storytelling perhaps a better fit for these cynical times. Their books are light on gunplay, heavy on emotional violence. Murder is de rigueur in the genre, so people die at the hands of others—lovers, neighbors, obsessive strangers—but the body counts tend to be on the low side.“

Sizilien: Seit wir es vor zwei Jahren besucht haben, fasziniert mich Sizilien. Dieser Essay von Maike Albath versucht zu erklären, warum es auch andern so geht. Und er erklärt, was Granita al limone ist, eine Art Zitronensorbet.

Der kleine Nick: Goscinny: Zu meiner Lieblingslektüre zählt „Der kleine Nick“ von René Goscinny. Dieser Essay erklärt, warum das Buch auch für Erwachsene so lesenswert ist:

„Zu guter Letzt kann man mit dem „Petit Nicolas“ auch von den kleinen Enttäuschungen des eigenen Familienlebens Ferien machen. Ich habe selbst mittlerweile drei Kinder. Am gründlichsten sentimentalisieren mich immer die Stellen, an denen der Vater im Sessel sitzt und Zeitung liest.“

Das trifft, inklusive der drei Kinder, auch für mich zu.

Prokrastination: Dieser Essay von Magnus Klaue informiert über Verschieberitis, Prokrastination:

„Projektanträge, Abstracts, Arbeitsstandberichte, Exposés und sogenannte Papers aller Art, die ausschließlich zu Zwecken beruflicher Selbstorganisation geschrieben werden und nie in irgendeine Veröffentlichung eingehen, sind zu eigenständigen Textgattungen mutiert, deren Produktion oft mehr Zeit und Kraft bindet als die Arbeit, die sie eigentlich ermöglichen sollen. Ganze Institutionen und Personalbestände erhalten sich inzwischen allein dadurch am Leben, dass sie die systematische Vertagung und Verschleppung geistiger Arbeit organisieren.“

 

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Über Wolfgang Vögele

evangelischer Theologe, Karlsruhe
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