Beifang. Folge XXX

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Metapher: Analogien: Wer mit Sprache umgehen will, ist auf Metaphern und Analogien angewiesen, um einen neuen Blick auf gleiche Sachverhalte zu werfen. Dieser Essay von Alexander Stern beschäftigt sich mit den Grenzen von Analogien:

Analogies need not, of course, all have the same aim. They’re used in different contexts to varying effect. Still, it is evident that we use analogies for mainly rhetorical reasons: to shed light, to explain, to reveal a new aspect of something, to draw out an unseen affinity, to drive home a point. As Wittgenstein wrote, „A good simile refreshes the mind.“

Europa: Zukunft: Michel Houellebecq hat eine Rede über die Zukunft Europas gehalten, eine merkwürdige Mischung aus Spekulation und Kaffeesatzlesen. Trotzdem, er denkt jenseits der Klischees des mainstreams. Deswegen lohnt sich die Lektüre (vgl. auch hier).

Porzellan: Edmund de Waal hat ein wunderbares Buch über die Geschichte einer Sammlung kleiner japanischer Figuren, Netsuke genannt, geschrieben. Sein neues Buch beschäftigt sich mit der Geschichte des Porzellans (Rezension).

Krimi: Fernsehen: Auf jeden Fall am Sonntagabend, aber auch unter der Woche konsumieren viele Menschen abends einen Krimi. Christian Schüle hat sich in einem Radio-Essay mit der Frage beschäftigt, warum Krimis (und nicht Liebes-, Abenteuer- oder sonstige Geschichten) so populär sind.

Tagebücher: Tagebücher finde ich eine besonders spannende literarische Gattung, nicht nur die sehr bekannten von Anne Frank, Thomas Mann und Julien Green, sondern zum Beispiel auch diejenigen von Ferdinand Beneke (Rezension) aus dem 19.Jahrhundert, die nun in einem aufwendigen Unternehmen nach und nach erscheinen.

Reformation: Jubiläum: Martin Ohst kritisiert die Bemühungen von Protestanten und Katholiken, die Erinnerungen an die Reformationszeit zu „heilen“. Demgegenüber besteht er auf der Vielfalt des Christentums.

In der Reformation ist eben nicht nur unnötigerweise ein vermeidbarer Streit zur Katastrophe der Kirchenspaltung eskaliert. Vielmehr ist damals eine neuartige Spielart westlichen Christentums entstanden. Sie konnte sich in ihrer ganzen Systemwidrigkeit nur deshalb etablieren, weil die Kräfte der Beharrung und Bewahrung einander vielfach gegenseitig lähmten. Und wenn das Christentum in sich verschärfenden Konkurrenzsituationen sich weiterhin glaubwürdig artikulieren will, dann wird es das nicht im Rückgriff auf einen künstlich monotonisierten „mittleren Proportionalglauben“ (Friedrich Schleiermacher) tun können. Sondern allein in ebender lebendigen, zuweilen auch dissonanten Polyfonie, die ihm seit derReformation zugewachsen ist.

Reisefotografie: Gideon Lewis-Kraus schreibt über Reisefotografie und den Unterschied zwischen Schreiben und Fotografieren.

Über Wolfgang Vögele

evangelischer Theologe, Karlsruhe
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